Montag, 26. Februar 2007

Weißt du noch / wie's früher war

Wir alle kennen Sie, unsere Kinder wohl eher nicht mehr. Wie halten wir es aber nun mit den sog. Oldskoolmedien (Zeitungen aus Papier, Fernsehen ohne Tags und Radio mit Rauschen, ihr wisst schon, das von früher eben): Braucht's das alles wirklich noch? Benützen wir das noch? Haben wir vielleicht sogar nostalgische Anwandlungen und finden das schon wieder retromäßig gut? Gerne auch persönliche Erfahrungen einfließen lassen, Einsendeschluss ist in zwei Wochen.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Dies ist kein Liebeslied, nun doch nicht.

Du bist so voller Coolness, dass du nicht mehr interessant bist. Deine –zig Geschäfte mit lauter Originalitäten, Kastanienallee, Prenzlberg, Knaack, ach ach ach, is doch eh immer dasselbe. Man soll „Sachen, dies nur in Berlin gibt“ mitbringen und es gibt so viel, dass die Wahl schwierig wird und man im Endeffekt mit leeren Händen heimkommt weil’s einfach zu viel gibt. Zu viel Emo/Indie/Hippie/Wasweissich Klimbim, überteuert natürlich, den kein Mensch braucht (imho), das macht doch keinen Spaß so.
Und dann der Fernsehturm, die paar Überreste der Mauer, Brandenburgertor, Giro Touristico, danke, nein. Was soll das überhaupt mit den U- und S-Bahnen? Mehr als 5 Ubahnen verträgt eine Stadt nicht (oder zumindest ich). Das Ausgehen muss genau geplant werden sonst geht gar nix und hey, wie machen das die coolen Berliner eigentlich?
Aber andererseits: Das großartige Lokal mit Sonntag bis Mittwoch Cocktails um zwei Euro (gute Cocktails!), KiBa Säfte und noch besser: KiBa Dream (ein großartiger Cocktail), das Morgenrot wo man etwas trockene Brownies und lecker Kaffee (ausgesprochen natürlich nur mit einem E, aber das ist ein alter Hut und nicht der Erwähnung wert) für wenig Geld bekommt, Kebab (nein, nein. Döner!) mit Rotkraut (!), auch für billig, Steakhäuser an jeder Ecke und ein Hauptbahnhof für den Berlin in spätestens fünf Jahren ausgelacht wird.
Also doch alles gut? Naja. Ein paar Tage lang, hin und wieder, solang man halt noch eine Schwester (und keinen Koffer, har har har, was hamwa gelacht) dort hat ... aber hier leben... ja. Kein Zitateumherschmeißen. Nicht heute.

Montag, 29. Januar 2007

dann geh' doch nach...



berlin

man möchte meinen, ein perfektes thema, dieses berlin, wie zum beispiel zahnkrankheiten, kinder oder sonne, hat irgendwie jede/r eine meinung zu und kann mitreden, pro und kontra, alles wunderbar. genau darin liegt nun aber auch die verzwicktheit des problems: der satz berlin ist scheiße (in der besonders naseweis vorgebrachten variante überschätzt, augenbraue nach oben, schluck bier) hat in etwa den selben erkenntniswert wie es ist langweilig zu sagen, mallorca habe auch ruhige flecken oder in der sprache der inuit gibt es gar nicht 1000 millionen wörter für schnee, oder am allerbesten: radiohead waren auch schon mal besser.

berlin am meer

nun wollen wir dem schönen spiel, gewisse dinge zu einen bestimmten zeitpunkt irgendwie zu finden und daraus nützliches kulturelles distinktionskleingeld zu lukrieren, unsere grundsätzliche sympathie nicht ganz versagen, liegt doch ursprung dieser schönen freizeitsbeschäftigung in hoch geschätzen konzepten wie punk, aufstieg und fall der metaebene sowie postmoderne, nichtsdestotrotz können wir uns einer gewissen langweile nicht erwehren, wenn bewertungen wie dass deutschschlager jetzt vorbei wäre, dass milchkaffeschimpfen oder webloggen jetzt anfänge vorbei zu sein oder dass schnauzbart jetzt wieder ginge im tonfall der originären erkenntnis geäußert werden. und wer noch ein bisschen schneller am karussell dreht, gewinnt anscheinend. ein schlichtes achja zu denken können wir uns da meist nicht ganz verbitten. natürlich ist uns bewusst, dass der standpunkt der indifferenz dem gängigen indie-differenznormmeinungs-kapital gegenüber das spiel auch nicht verlässt. da wir das spiel, beliebige meinungen über beliebige gegenstände als währung zu benützen wie bemerkt so gänzlich ohnehin nicht ablehnen, ist uns das nicht-mitspielen-wollen als spielzug des spielens aber auch nur ein befreiender quell der freude. wer nun darob kopfschmerzen der marke postmoderne beliebigkeit bekommen mag oder immer noch glaubt, man könnte irgendetwas meinen, kann dies auch gerne tun, dem ton der antiintellektualität unseres kleinen textes ist auch das anhängen an großen ideen kein grund zur sorge. letztendlich ist ja selbst die furcht vor postmoderner beliebigkeit auch nur eine meinung unter vielen.

schön

und in der sache macht es ja jetzt wirklich keinen unterschied, ob man straßenzügen mit dem gewerbemix frisör-, 2nd-hand-laden und spätkauf/dönerbude jetzt eher den standpunkt des gutfindens entgegenbringt oder den des ablehnens, also kann man von solchen bewertungen auch gleich ganz abstand nehmen und hat in etwa gleich recht.

mit dem alter kommt es dann auch, dass man sein heil nicht mehr nur darin zu finden glaubt, zwischen erlesen haargeschnittenen und richtig zitatgekleideten jungen menschen mit den richtigen überteuerten bierflaschen in den händen in perfekt auf antikommerzielles ambiente gestylten kaschemmen zu eindeutig antikapitalistisch kodierter und herrlicher tanzmusik mittels der exakt richtigen drogen bis zum exakt richtigen zeitpunkt in den frühen morgenstunden zu tanzen und dabei identitätspolitik zu betreiben und so, um dann am nächsten morgen in affenartiger geschwindigkeit plattenläden zu durchstöbern oder im parks rumzugammeln oder essen aus aller herren länder zu essen oder vielleicht gar noch kunst anzuschauen etc.

das mag zwar alles leidlich angenehm sein, eine leicht betuliche häuslichkeit tut's aber doch auch. regionalzeitung lesen, bisschen diagonal lesen und in internetkochforen rezepttipps austauschen etc. kann auch ganz schön sein und ein kasten bier nach feierabend schmeckt überall gleich bzw. sogar noch besser, wenn niemand sagt, kreuzberg sei auch nicht mehr das.

wenn es so wär

da in berlin keine berliner/innen wohnen, ist berlin in wahrheit für alle, die da sind, sowieso nur eine art metapher, in etwa wie new york oder david bowie und lou reed. ans große, tolle leben, das immer irgendwo anders ist, zu glauben, ist zwar sicher schön, sicher aber auch schwer, wenn man beständig die diskrepanz zum richtigen, mickrigen unglamourösen unberlinerischen leben zu übersehen versuchen muss. das wahre leben findet sowieso in der provinz statt, im hass auf die falschen und häßlichen menschen und straßen vor der haustür, vorausgesetzt, es sind überhaupt menschen und/oder straßen da. das bringt uns allabendlich in beste hasslaune und gibt uns zeit für auch mal ein gutes buch oder das kultivieren von bizarren marotten. im garten sind noch viele arbeiten übrig. im westen hängen wolken, später wird es dann sicher noch regnen. es gibt immer was zu tun. etc.

drum ist berlin, auch wenn man das eigentlich nicht sagen kann, natürlich trotzdem scheiße. ganz so wichtig ist das aber auch nicht, hauptsache das essen schmeckt gut.

Freitag, 26. Januar 2007

one more time.

ich glaube das funktioniert. oder auch nicht.

berlin.

berlin.

ich pro, du ko.

auh ja!

Donnerstag, 20. Juli 2006

gefühlsdusseliges gender

fms beklagt, wieder den gefühlsduseligen Teil übernehmen zu müssen und frägt, ob das per se die frau machen müsse. ich stimme zu, das wär doch auch ein gutes thema zum drüber debattieren, es ist auch nicht schwer zu erraten, welche meinung ich vertreten werde.

edit: diese aufgabenstellung verfällt, weil zu alt. die nächste siehe oben.

Dienstag, 18. Juli 2006

lass deine freunde wo sie sind, es ist besser so.

Tja. Da muss ich mal wieder den gefühlsduseligen Teil übernehmen.
(muss das per se die frau machen? wär doch auch ein gutes thema zum drüber debattieren:
doing gender bei bloggern. vermutlich kann man bei den meisten blogs auf den ersten blick sehen, ob es eine
frau oder ein mann betreibt. egal)
also. da ich hier keinen wissenschaftlichen text schreibe (und selbige zu lesen ich auf die uni reduziere {leider. andernfalls wäre ich eine gute studentin was ich beim besten willen nicht bin. siehe hier link}) werde ich nicht irgendwelche soziologische meinungen zu freundschaften wiedergeben. primärsozialisation, sekundärsozialisation, max weber, durkheim & co, ihr könnt mich gern haben.
also.
wie gesagt, gefühlsduselig.
denn: die grenzen meiner gefühle//erlebnisse sind die grenzen meiner welt. oder so.

zurück zum thema: zeig mir deine freunde und ich sag dir wer du bist oder: man erkennt die qualität eines menschen an seinen freundschaften.

gut. als allererstes habe ich den spruch bei diesem einen film gehört. der hexenclub.
interessanter weise mit v. vor ca. 100 jahren. nachdem wir klug und erwachsen geworden sind (also 14), war unsere einzige verbundenheit, nämlich die liebe zu einer damals populären musikgruppe, verschwunden. bald stellte sich leider auch heraus, dass dadurch auch das fundament unserer freundschaft wegbröselte. da saßen wir nun und hatten uns nichts mehr zu sagen.
ende aus. nie wieder gesehen, heute weiss ich, dass sie angeblich ein paar häuser weiter wohnt, aber das ist eine andere geschichte.

und damit bin ich irgendwie auch schon wieder am ende angelangt.
ich mag viel zu viele menschen nicht.
ich bin gemein und intolerant idioten gegenüber. und würde ich alle meine freunde an ihren anderen freunden messen, würde ich wohl bald ganz allein dastehen. also lieber die doofen ignorieren und munter weiter machen.
im übrigen bin ich der meinung dass last.fm, mog, myspace und ähnliche "wir haben den gleichen geschmack daher müssen wir uns gern haben" foren zerschlagen gehören. weil, und das hat mir der antichrist persönlich gesagt, der sein glück schliesslich in einer tanzenden christin fand, wichtig ist, wer einen glücklich macht und nicht, wer die gleichen alben daheim hat.
und ich sah dass es gut war.

Montag, 3. Juli 2006

es gibt nur die coolen und die uncoolen

warum man leute by their freund/innen tellen kann unter besonderer berücksichtung der welt, in der wir leben.

es gibt ja nicht nur verschiedene freund/innen, sondern auch verschiedene arten von freund/innen. während während der phylogenese früh erworbene freund/innen (die sandkastenfreund/in) noch durch nicht gerade sehr selbst bestimmte faktoren wie geburtsort und blutslinie vom weiten feld der anderen, fremden menschen geschieden werden, ermöglicht die fortschreitende bildung des herzens und des verstands eine wahl nach sinnvolleren kriterien wie musikgeschmack und weltanschauung (ums mal mit heidegger zu sagen. heidegger ist gar nicht schlecht, das nur nebenbei).

so gesellt sich zur sandkastenfreund/in und ihren derivaten (mittelschulfreund/in, aus hormonellen gründen entstandene (ex-)freund/in) die höchste form der freundschaft: die großfreund/in. die großfreund/in wurde ausführlich von diedrich diederichsen (sexbeat, köln, kiwi, 1985, s.65ff) beschrieben und muss hier nicht länger erläutert werden. die großfreund/in dient der wechselseitigen bestätigung, anders (also besser) als die ganzen anderen dummen häßlichen fremden menschen (kurz: die) zu sein. (niklas luhmann hat diesen mechanismus auch recht schön in liebe als passion beschrieben.) den bemerkungen von diederichsen und luhmann ist nur hinzuzufügen, dass brauchbare großfreund/innen (und nur von ihnen wollen wir im folgenden einige bescheidene worte zu sprechen wagen), um zu funktionieren, sowohl objektiv gut sein müssen, als sie dessen auch nicht bedürfen.

natürlich mag auch mein purhörender, schnauzbärtiger nachbar privat ein guter mensch sein, der sein leben in anstand und würde hinter sich bringt, aber mit ihm reden möchte ich trotzdem nicht, auch wenn er tausendmal auch seine guten seiten hat.

es ist halt eben immer noch nicht egal, welche platten, dvds, bücher und anziehsachen in den regalen des heimischen schwedischen möbildiskonts rumliegen. nicht von ungefähr frägt man bei gewöhnlichen kennenlernspiel auch zuerst nach den überschneidungen im erweiterten bekanntenkreis (um den neuen menschen einordnen zu können) und dann erst nach den lieblingstieren oder -speisen.

da wir geboren sind, um frei zu sein, ist es unsere verpflichtung, der knechtschaft von fremd (von denen) bestimmten freundschaften zu entfliehen, indem wir großfreund/innen erwerben, und nur die besten (sonst könnte man es auch ganz lassen: wollte man nicht bei den coolen im schulhof stehen, man müßte sich ja überhaupt nicht mehr bemühen und könnte genausogut z.b. denen ihre musik hören). die knechtschaft fliehen bedeutet nicht, alte freund/innen zu entfreunden (die lauten, peinlichen freund/innen, die zwischen dem dritten und vierten bier da neben einem sitzen wie fremde ruft man natürlich trotzdem jeden freitag, samstag wieder an, weil man sie eben mag), sondern aufgrund der oben genannten, objektiv beurteilbaren kriterien objektiv gute leute zu befreunden (nicht zuletzt deswegen ist das web2.0 auch keine so schlechte erfindung, weil es die menschen von den zwängen des raums befreit). dabei ist es in erster linie natürlich nicht wirklich erheblich, ob die großfreund/innen tatsächlich objektiv gut sind, ihr rang als großfreund/in reicht fürs erste aus (das system ist damit abgeschlossen. es bedarf des rückbezugs auf dinge außerhalb seiner selbst (z.b. die richtigen platten) nur im zweifelsfall. lüge und blendwerk herrschen, alles ist bestens.). da drüben stehen die dekonstruktivisten oder das sind diese merkwürdigen postmarxisten werden die dann über uns sagen. wir haben gesiegt.

deswegen kann man gute leute immer noch an guten großfreund/innen erkennen und nichts unbescheideneres wollten wir an dieser stelle anmelden.

Sonntag, 2. Juli 2006

judge books by their covers, people by their lovers/friends

frau morgenstern zweifelte meine bemerkung an, man könne von den richtigen freunden auf die qualität eines menschen schließen. da wollen wir doch mal sehen, wer da recht hat. mit ohne abschreiben aber, bitte.

hier prallen zwei meinungen aufeinander

vom mai 2004 bis zum august 2005 nahmen fraumorgenstern und mauszfabrick unter einem dafür geschaffenen banner auf mundm zu selbst gestellten themen stellung. dieses einfache aber wirkungsvolle contentgenerierungsverfahren schlief dann aus verschiedenen gründen sanft ein und wurde soeben mit diesen seiten wachgeküsst. es ist alles noch neuer, besser und kontroversieller. die doppelconference ist hiermit eröffnet, der diskurs frisch aufgetischt. prostmahlzeit, fms & mf!
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